Die ehrliche Antwort lautet: „Kommt drauf an" — aber nicht als Ausrede, sondern weil der Preis von genau fünf Dingen getrieben wird. Wer die kennt, kann ein Angebot beurteilen, statt es zu glauben.

Die Spanne vorweg

Eine Business-Website beginnt bei mir ab 799 €, eine Web-Application mit Datenbank, Login und Integrationen ab 2.499 € (einmalig). Das sind Startpreise, keine Endpreise — der finale Festpreis steht nach Klärung des Umfangs im konkreten Angebot fest, bevor Sie zusagen. Genau das ist der Punkt: Ein seriöses Angebot nennt eine Zahl, bevor Geld fließt, nicht „ungefähr" und dann eine Schlussrechnung.

Drei Scopes, drei unterschiedliche Kalkulationen

Meine Web-App-Projekte starten ab 2.499 €. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Der Startpreis gilt für einen begrenzten vereinbarten Umfang; die folgenden Beispiele sind Scope-Beispiele, keine pauschalen Marktpreise.

  • Ein internes Erfassungstool: Anmeldung, eine Benutzerrolle, ein Datentyp, Eingabe und Übersicht. Dieser kleine Umfang eignet sich für eine erste Phase. Historische Datenmigration, Zahlungen und mehrere Mandanten sind nicht automatisch enthalten.
  • Ein Kundenportal: Interne und externe Rollen, Dokumente, Freigaben und Benachrichtigungen. Hier müssen Rechte, Zustandswechsel und Einladungen zusätzlich geprüft werden. Der Preis folgt aus diesen konkreten Abläufen.
  • Ein SaaS-Produkt: Mehrere Organisationen, Abrechnung, Tarifzugänge und Supportabläufe. Dazu kommen Sonderfälle bei Zahlung, Kündigung und Datenzugriff. Ein solcher Scope benötigt eine eigene Kalkulation und oft mehrere Phasen.

Technisch zeigt MeinGewerbe, wie Daten, Dokumente und Zahlungen zusammenhängen. Das eigene Produkt ist eine Arbeitsprobe; sein Funktionsumfang ist kein Angebot zum Startpreis. Hier erkläre ich die Web-App-Entwicklung und Übergabe.

Was den Preis wirklich treibt

  1. Datenhaltung & Zustand. Eine Seite, die nur Inhalte zeigt, ist günstig. Sobald Nutzer Daten anlegen, ändern, gemeinsam nutzen — Datenbank, Auth, Rechte —, steigt der Aufwand sprunghaft. Der Übergang von „Website" zu „App" ist die größte Preisschwelle.
  2. Integrationen. Zahlung (Stripe), E-Mail/PDF, externe APIs, KI-Features: jede Schnittstelle ist eine eigene Fehlerquelle mit eigenem Testaufwand. Der Aufwand hängt auch davon ab, welche Zustände und Fehler die Schnittstellen gemeinsam erzeugen.
  3. Zustände & Edge-Cases. Der normale Ablauf ist nur ein Teil der Arbeit. Leere Zustände, Fehler, gleichzeitige Zugriffe, Verbindungsabbruch — diese Fälle entscheiden, ob die App im Alltag hält.
  4. Rechtliches. DSGVO-konformes Datenmodell, Auftragsverarbeitung, Löschkonzept, Impressum/Datenschutz: kein Add-on, sondern Teil der Architektur. Nachträglich teurer als von Anfang an.
  5. Pflege danach. Software ist kein Möbelstück. Hosting, Updates, Monitoring kosten laufend (bei mir ab 29 €/Monat) — wer das im Angebot verschweigt, verschiebt die Kosten nur.

Fünf Fragen vor der Kalkulation

Aus Hannover arbeite ich DACH-weit remote; der Standort allein bestimmt den Preis nicht. Entscheidend sind die vereinbarten Abläufe und die Zuständigkeiten.

  1. Was ist der erste Prozess, den Nutzer tatsächlich erledigen sollen?
  2. Welche Schnittstellen, Datenimporte und Zugänge werden benötigt?
  3. Wer übernimmt Hosting, Updates und Support?
  4. Was ist ausdrücklich ausgeschlossen?
  5. Was wird bei der Übergabe geprüft und dokumentiert?

Auch Gestaltung hat einen Scope: Eine vorhandene Vorlage zu implementieren ist eine andere Aufgabe als individuelle UX-Konzeption und UI-Gestaltung. Bei APIs zählen nicht nur erfolgreiche Requests, sondern Webhooks, Fehlermeldungen, Testumgebungen und Datenabgleich. Ein späterer Anbieterwechsel kann zusätzlich teuer werden, wenn Code, Zugänge oder Betriebswissen nicht sauber übergeben sind.

Die Checkliste zum Festpreismodell trennt Lieferumfang, Mitwirkung, Abnahme und Änderungen. Der Vergleich von Freelancer und Agentur betrachtet die Gesamtkosten.

Warum Festpreis statt Stundensatz

Ein Stundensatz verlagert das Schätzrisiko vollständig auf Sie: Läuft etwas länger, zahlen Sie. Ein Festpreis zwingt den Entwickler, das Projekt vorab zu durchdenken — und macht den Anreiz richtig herum: schnell und sauber fertig werden, nicht Stunden füllen. Der Preis dafür: Der Scope muss vorher klar sein. Genau deshalb steht am Anfang ein Gespräch und ein schriftlich abgegrenztes Angebot, kein offenes Budget.

Die ehrliche Kehrseite: Festpreis funktioniert nur bei klar umrissenem Umfang. „Bauen wir mal und schauen dann" ist kein Festpreis-Projekt — das gehört dann in klar geschnittene Phasen mit je eigenem Festpreis.

Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen

  • Es nennt einen Preis und einen Termin vor Projektbeginn — verbindlich, schriftlich.
  • Es benennt, was nicht enthalten ist (das ist wichtiger als die Feature-Liste).
  • Es spricht über Übergabe: Code, Doku, Zugänge gehören Ihnen — Sie sollen nicht an den Entwickler gekettet sein.
  • Es sagt auch mal Nein oder „dafür reicht ein Baukasten" — ein Berater, der nie abrät, verkauft nur.

Häufige Fragen

Warum ist eine „einfache" App teurer als gedacht?

Weil „einfach" sich auf das sichtbare Frontend bezieht. Login, Datenhaltung, Rechte und Edge-Cases sind unsichtbar, aber der größte Teil der Arbeit.

Kann ich klein starten und später ausbauen?

Ja — sinnvoll geschnitten ist das oft der beste Weg. Wichtig ist eine Architektur, die den Ausbau nicht verbaut; das wird im Erstgespräch geklärt.

Was kostet der laufende Betrieb?

Hosting, Updates und Monitoring ab 29 €/Monat, abhängig von Umfang und Integrationen. Diese Zahl gehört ins Angebot, nicht in eine Überraschung.

Hinweis: Allgemeine Orientierung zu Preisbildung, keine verbindliche Kalkulation. Das Erstgespräch dient der Orientierung. Der konkrete Festpreis ergibt sich nach Klärung des vereinbarten Umfangs.

Fazit

Der Preis einer Web-App ist kein Mysterium, sondern eine Funktion aus Datenhaltung, Integrationen, Edge-Cases, Recht und Betrieb. Ein gutes Angebot macht diese fünf Treiber sichtbar und gießt sie in einen Festpreis vor Projektbeginn. Wenn Sie ein konkretes Vorhaben haben: eine kurze Mail mit dem Ziel reicht für eine ehrliche Ersteinschätzung.

Passende Umsetzung aus meinem Portfolio

Konkretes Vorhaben?

Eine kurze Mail mit Ziel, grobem Rahmen und Zeitvorstellung genügt — Antwort in 48 Stunden, auch ein ehrliches Nein.

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